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Reisebericht 2015

Vier Mitglieder unseres Arbeitskreises haben im Januar/Februar 2015 unsere beiden Projekte in Haiti besucht. Sie haben mit dem neuen Leiter der Montessorischule Ste. Thérèse in Jérémie, Msgr. Marc-Arthur Emile, gesprochen und auch Père Lephène, den Salesianerpater, der das Straßenkinderprojekt in Port-au-Prince leitet, getroffen.

Darüber informiert der nachfolgende Bericht.

Der Arbeitskreis „Eine Welt“ dankt den Mitgliedern für ihr Engagement in Haiti.

 

Reisebericht

 

Am 17. Januar 2015 kamen die Mitglieder des AK in Jérémie an, wo sie von Msgr. Marc-Arthur, dem neuen Pfarrer, empfangen wurden. Er ist

Neues Schulgebäude

Verwaltungsdirektor  der Schule Ste. Thérèse, die von Père

Tony Léolien  zuvor 6 Jahre lang geleitet wurde.

Beim letzten Besuch von AK-Mitgliedern im Februar/März 2014 wurden die Arbeiten zur Herstellung der Erdbeben- und Hurrikansicherheit durchgeführt: Errichtung von 14 zusätzlichen Stützsäulen und  3  zusätzlichen Trenn-/ Stützmauern.

In den Sommerferien 2014 folgten dann die Arbeiten zur Aufstockung des Schulgebäudes, die bis Mitte Oktober 2014 abgeschlossen wurden. Die neue Etage bietet 5 Klassenräume, einen Versammlungssaal sowie einen Raum zur Computerschulung. Insgesamt hat der Arbeitskreis für diese Arbeiten und die zusätzlichen Möbel  rd. € 70.000 zur Verfügung gestellt. Die Anfertigung der sehr zweckmäßigen und stabilen Schulmöbel erfolgte durch einen örtlichen Schreinermeister. Durch die Aufstockung können die Schüler ab dem Schuljahr 2015/2016 bis zur 6. Klasse die Schule besuchen. Die Schülerzahl wird sich dadurch von inzwischen 345 auf ca. 370 erhöhen.

In den 2 Wochen ihres Aufenthaltes erhielten unsere Mitglieder als Ergebnis einiger Besprechungen von Msgr. Marc-Arthur Emile den Finanzbericht für das

Schuljahr 2014/2015. In diesem Zusammenhang wurde auch die schon mit Père Tony beschlossene  Anpassung der Gehälter per September 2014 bestätigt. Die Lehrergehälter belaufen sich seitdem auf Gds. 5.000, was € 100 entspricht. Damit ist jedoch noch nicht das Niveau der öffentlichen Schulen erreicht. Nach dem letzten Finanzbericht ist mit einem jährlichen Finanzbedarf von € 36.000 für den Betrieb der Schule zu rechnen.

In mehreren Gesprächen mit dem Bischof von Jérémie, Msgr. Gontrand Décoste, wurde die Methode nach Montessori als positive Einflussnahme auf das Lernverhalten der Schüler herausgestellt: Durch ganzheitliches, handlungsorientiertes Lernen sollen die Kinder Lerninhalte entdecken und „begreifen“. Der AK bemüht sich seit 2 Jahren, dafür  eine Fachkraft (Entwicklungshelfer) für den Zeitraum von 3 Jahren zu finden, die den LehrerInnen im Bistum Jérémie die Montessorimethode vermitteln soll. Der Bischof ist sehr daran interessiert, dass diese Stelle besetzt wird, die u.a. vom Arbeitskreis mit finanziert werden soll.

Höhepunkt  des Besuches war die feierliche Einweihung der neuen Etage durch den Bischof und den örtlichen Klerus. Am Schuleingang wurde ein Schild angebracht, das die Zusammenarbeit mit dem

 

AK „Eine Welt“ dokumentiert. Die Feierlichkeiten fanden in der vom AK vor 2 Jahren erbauten Schattenhalle statt. Wegen des drohenden tropischen Regens wurde eine riesige Plane davor aufgespannt. Die Lehrer hatten einen Empfang und ein Schulfest für die Kinder und Eltern organisiert.

 

Die AK-Mitglieder überreichten 2 traditionelle Trommeln. Die Schülerinnen und Schüler trugen mit ihren gekonnten Tanz- und Gesangsdarbietungen zum

 

Gelingen des Festes bei. Am nächsten Tag wurden die AK-Mitglieder vom Lehrerkollegium herzlich mit einem selbst gedichteten Lied verabschiedet.

Anschließend flogen die deutschen Gäste nach Port-au-Prince und trafen dort den Salesianerpater Père Lephène sdb, den Leiter des Straßenkinderprojektes „Foyer Lakay“. In dieser Einrichtung werden ca. 150 Jugendliche rundum betreut und in Handwerksberufen ausgebildet. Das Budget beträgt z.Zt. ca. US$ 200.000 pro Jahr, wovon der AK rd. 10-15% jährlich trägt. Père Lephène freut sich, dass er mit der Unterstützung des AK rechnen kann, wenn es um den laufenden Betrieb des Zentrums, d.h. die Versorgung, Unterbringung und Ausbildung geht.

Am darauf folgenden Tag fand ein Gespräch mit Herrn Tardieu statt, einem ehemaligen Schuldirektor und Schulbuchverleger. Er gab interessante Informationen über Planungen für das haitianische Schulwesen. Die Regierung Haitis hat eine Initiative zur grundsätzlichen Anhebung der Lehrergehälter gestartet. Hierzu wird auch die anteilige Leistung der Renten- und Krankenversicherungbeiträge der privaten und öffentliche Schulträger gehören. Herr Tardieu überreichte einige empfehlenswerte Schulbücher für die Schule in Jérémie und würde sich gerne auch zukünftig für die Schule in Jérémie einsetzen. Er kennt eine haitianische Lehrerfamilie, die eventuell in Frage käme, um die Lehrer in Jérémie in einem Crashkurs im Sommer fortzubilden.

Ein AK-Mitglied nahm in Port-au-Prince stellvertretend für unseren Verein an einer Veranstaltung der Deutschen Botschaft mit Vertretern der deutschen NGOs in Haiti teil. Hierzu gehörte u.a. die deutsche Unicef-Vertreterin, die eine Beachtung der AK-Aktivitäten in Haiti zusagte.

Ebenso hat sich der Verein der Soroptimistinnen in Haiti bereit erklärt, beim Aufbau einer Schulbibliothek in Jérémie zu helfen.

Böhling, Margret

Freckmann, Gaetane

Groddeck, Siegfried

Reuffurth, Geneviève