Aktuelles     Veranstaltungen     Unterstützer     Flyer     Termine     Jahresarchiv     Links     Kontakt    
     2017     2016     2015     2014     2013     2012     2011     2010     2009     2008     2007     2006     2005     2004     2003     Haiti Überblick    
2004

RÜCKBLICK 2004

1. Allgemeine Situation in Haiti

Einige wichtige Ereignisse, die die politische und gesellschaftliche Situation der Menschen in Haiti im vergangenen Jahr beeinflussten und veränderten seien hier aufgelistet.

Am 1. Januar 2004 Feier der Unabhängigkeit. Seit 200 Jahren ist Haiti unabhängig. Es ist die erste Demokratie eines farbigen Volkes in der Welt. Präsident Aristide hält eine Rede, und seine Anhänger sind begeistert. Die Nation feiert mit, und es sieht aus, als ob die Unruhen der Vergangenheit angehörten. Zu den Feiern sind nur wenige Staatsmänner aus dem Ausland gekommen, denn der Präsident Aristide hat sein Versprechen, das Land demokratisch zu führen, nicht gehalten. In der Realität herrschen Zustände, die einer Diktatur ähnlich sind: Die „Chimères“, Söldner von Aristide, bleiben mit ihren Verbrechen ungestraft, während die Opposition das Fürchten lernt. Die Regierung und Präsident Aristide selbst sollen sich durch Drogenhandel bereichert haben, während die Bevölkerung hungert. Am gleichen Tag findet allerdings auch in Port-au-Prince eine Kundgebung gegen Aristide und seine Politik statt.

Anfang Februar fällt Gonaïves, eine Stadt zwischen Port-au-Prince und Cap Haïtien, nach blutigen Kämpfen in die Hände oppositioneller Rebellen. Kurz darauf erobern diese auch Cap Haïtien. Der ganze Norden wird von ihnen kontrolliert, und sie verlangen den Rücktritt des Präsidenten Aristide. Zuerst weigert dieser sich, und die Rebellen marschie­ren auf Port-au-Prince. Unter Druck der Amerikaner und der Franzosen muss Aristide am 29. Februar ins Exil. Er erhält zuerst Asyl in Jamaika und ab Mai in Südafrika.

Die amerikanischen „Marines“ und die französischen „Légionnaires“ landen daraufhin in Haiti, um  wieder Ruhe herzustellen. Eine neue Regierung soll gebildet werden. Dies ge­schieht am 14. März. Der Premierminister Gérard Latortue, ein Haitianer, der lange in Miami war, und der Präsident Boniface Alexandre, ein angesehener Richter, ernennen ihre Minister. Die neue Regierung geht gleich an die Arbeit, und Vertreter werden in Départements und Bürgermeister in den Städten ernannt.

Die Partei Aristides „Lavallas“ schürt Unruhen im ganzen Land, aber hauptsächlich in der Hauptstadt. „Viele Dörfer sind von der Versorgung abgeschnitten, die Menschen haben alle Vorräte aufgebraucht. Weil jetzt das Saatgut fehlt, ist die nächste Ernte in Gefahr“, schrieb die Zeitung „TAZ“ Nr.7352 am 07.05.2004.

UNO-Truppen mit 3700 Soldaten unter amerikanischer Führung werden eingesetzt. Ab 1. Juni werden die UN-Soldaten abgelöst. Die neuen UNO-Soldaten sind Südamerikaner, Afrikaner und Asiaten, aber auch Nordamerikaner und Europäer unter brasilianischer Führung sind dabei.

Ende September zum Jahrestag des ersten Sturzes von Aristide im Jahre 1991, flackern wieder Unruhen auf. Pro-Aristide-Gruppen, verschiedene bewaffnete Gruppierungen, Rebellen, Regierungsgegner kämpfen für ihre Führer, sei es für Aristide, sei es für einen ehemaligen General der Armee, sei es für die Eliten oder ganz einfach, um zu überleben und für die tägliche Nahrung. Die Hauptstadt Port-au-Prince  sieht jeden Tag neue Morde, Entführungen, Schießereien. Kurz nach Weihnachten entspannt sich die Lage, aber die Hauptstadt ist immer noch ein gefährliches Pflaster.

Viele Haitianer versuchen, das Land zu verlassen, in der Hoffnung, in Amerika oder Frankreich (auf den karibischen Inseln) Zuflucht zu finden. Die amerikanische Küsten­wache bringt die Boat People nach Haiti zurück. Viele Haitianer, die illegal eingewandert sind, sei es in Florida oder in der Karibik, finden dort nur schwer Arbeit und können jeder­zeit abgeschoben werden.

2004 wurde Haiti zweimal von schweren Unwettern getroffen: Am 24. Mai fegt ein Wirbel­sturm über den Südosten des Landes an der Grenze zur Dominikanischen Republik und begräbt ein ganzes Dorf. Über 1000 Menschen verlieren ihr Leben.

Am 18. September überschwemmt der Hurrikan Jeanne den Nordenwesten. 3000 Tote in der Stadt Gonaïves werden beklagt. Die UNO-Truppen, Ärzte aus Kuba, das Rote Kreuz und zahlreiche Helfer sind vor Ort. Die Spuren der Verwüstungen sind Ende 2004 noch überall zu sehen.

Durch die politischen Unruhen und die Naturkatastrophen war das Jahr 2004 eines der schwersten Jahre für die Bevölkerung. Die Preise für Grundnahrungsmittel sind enorm gestiegen, die Schulen konnten nur eingeschränkt öffnen, die allgemeine Wirtschaft war sehr beeinträchtigt.

2. Unsere Projekte

2.1 Die Minischulen in Port-au-Prince

Im April war Pater Damien, der Nachfolger von Pater Bohnen, in seiner Heimatstadt Kanne (Belgien) in Urlaub. Es besuchten ihn die AK-Mitglieder Wolfram und Geneviève Reuffurth. Pater Damien berichtete über die Probleme, die es zwischen Januar und April 2004 gab:

Die Schulen mussten im Februar und März teilweise geschlossen bleiben, da die Lage in Cité Soleil sehr gefährlich war. Die Lehrer wurden natürlich weiter bezahlt, weil man sie und ihre Familien ja nicht hungern lassen konnte. Nachdem die Schulen wieder eröffnet wurden, kamen etwa nur ein Zehntel der Schüler wieder, weil die Eltern sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgten. Seit Anfang April bekommen die Kinder wieder regelmäßig Mittagessen. Das Schuljahr wird verlängert bis zum 31. Juli statt 30. Juni, um die Zeit nachzuholen.

Ein Container mit gespendeten Gegenständen wie Bänken, Tischen, Generator ist verloren gegangen, wahrscheinlich geplündert! Auch wenn alles rundherum zerschlagen worden ist, die Salesianer sind nie direkt angegriffen worden.

Der Fußballplatz in La Saline konnte erneuert werden, er ist offen für alle Jugendlichen. Dort können sie Mannschaftsspiele durchführen, Sport und Gymnastik treiben. Er dient ihnen auch als Stadtranderholungsgebiet. Durch diese Bereitstellung soll die Bildung von Banditengruppen (die so genannten Chimères) verhindert werden und die Kriminalität nicht weiter ausufern.

Im Oktober kam Pater Zucchi, der seit dem Tod von Pater Damien Ende Juni 2004 Nachfolger von Pater Bohnen ist, nach Köln-Weiß zu einem Gespräch mit dem Arbeitskreis. Er berichtete, dass das neue Schuljahr 2004 - 2005 im Oktober gut angefangen habe. Es seien noch folgende Aktionen vorgesehen:

- Bessere Integration der Mädchen in die berufliche Ausbildung Ausstattung
  von drei Sälen mit Anschauungsmaterial

- Erweiterung der Werkstatt für Schreiner

- Begrünung des Schulhofs, da durch den ständigen feuchten Boden
  dem Entstehen von Krankheiten Vorschub geleistet wird.

- Fertigstellung von Höfen und Räumen für den Kindergarten

- Kauf und Einführung von Montessori-Material

- Bau einer Brücke für Kraftfahrzeuge und Fahrräder zwischen Schule und Straße
  in Cité Soleil

2.2 Jérémie – Mackandal

Wolfram und Geneviève Reuffurth vom Arbeitskreis besuchten bei ihrer Haiti-Reise im November 2004 auch Jérémie. So konnten sie sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Die Stadt Jérémie ist von den Unruhen weitgehend verschont geblieben. Allerdings ist die wirtschaftliche Lage  katastrophal. Die beladenen Schiffe können Port-au-Prince nicht verlassen, dadurch ist die Versorgung mit frischen Waren wie Reis, Diesel, Zement usw. unterbrochen. Strom gibt es kaum: Zwischen Oktober und Dezember gab nur an drei Tagen Strom!

Das Montessori-Zentrum in Mackandal entwickelt sich gut weiter, trotz der Abwesenheit seines Direktors, Pater Walnès Saint-Clair, der wegen Krankheit in Kanada weilt. 175 Kinder waren im Oktober eingeschrieben und besuchten den Kindergarten und die Grundschulklassen 1 – 4. Es wurde erwartet, dass sich im Januar 2005 weitere Kinder anmelden. Das Lehrerkollegium besteht aus 11 LehrerInnen, von denen eine die Schule leitet. Die Kinder haben im Jahr 2004 an den Schultagen ein Mittagessen erhalten  In den Monaten Oktober und November bekamen sie kein Essen, denn das Geld reichte wegen des enormen Preisanstiegs der Nahrungsmittel nicht aus. Ab 1. Dezember konnte wieder ein Essen in der Kantine einer benachbarten kirchlichen Schule angeboten werden.

Das Montessori-Zentrum benötigt dringend eine Erweiterung: Es stehen für drei Kindergartengruppen und vier Grundschulklassen nur fünf Räume zur Verfügung.  Noch dringender ist die Umfriedung des Montessori-Zentrums. Dieses Zentrum befindet sich in einem sehr armen Stadtviertel, in dem die meisten Kinder sich selbst überlassen sind und keine Möglichkeit haben, eine Schule zu besuchen oder ein Handwerk zu erlernen. Sie wachsen ohne Perspektive auf ein besseres Leben auf. Kinder und  Jugendliche, aber auch Obdachlose treiben sich in der Nähe der Schule herum, beschädigen das Gebäude und sind eine potentielle Gefahr für die Kleinen.

Ein Kostenvoranschlag für eine Erweiterung der Schule und für ihre Umfriedung ist im Dezember 2004 erstellt worden.

Wolfram und Geneviève Reuffurth haben den Lehrern von Mackandal sowie den Lehrern von Caracolie (Montessori-Kindergarten in einem anderen Stadtteil von Jérémie) Seminare angeboten: Buchführung in einer kleinen Schule, Methodik für den Unterricht in französischer Sprache. Diese Seminare fanden im November 2004 statt und wurden von den Lehrern sehr gut angenommen.

3. Aktivitäten des Arbeitskreises in Deutschland

3.1 Aktivitäten in und mit der Gemeinde St. Georg, Köln-Weiß

Regelmäßige Sitzungen der Mitglieder des Arbeitskreises

Etwa jeden Monat treffen sich die Mitglieder des AK zu ihren Arbeitssitzungen, auf denen die aktuellen Probleme besprochen, alle Aktivitäten geplant und die Arbeiten verteilt werden. Diese Sitzungen sind trotz der privaten Treffpunkte bei den Mitgliedern öffentlich, und weitere TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen, um sich ggf. aktiv zu beteiligen, einzelne Projekte mit zu tragen oder einfach nur, um aus erster Hand informiert zu werden.

Sternsinger

Am 10. und 11. Januar 2004 zogen wieder viele Sternsingergruppen durch Weiß. Sie segneten die Häuser und Wohnungen und erbrachten ein sehr gutes Sammelergebnis  €5.488,50. Diese Summe wurde über das päpstliche Kindermissionswerk in Aachen  an die Minischulen in Port-au-Prince geschickt. Die Kinder und ihre Begleiter sammeln hier nicht nur das Geld, sondern rücken das Minischulprojekt immer wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung von Weiß. Ein wichtiges Erlebnis für die Gemeinde, die Sternsinger und für uns war der Dankgottesdienst. Dank der gekonnten und lebendigen Gestaltung durch Stefanie Eßer und Diakon Halbach konnten sich hier die Kinder und die Erwachsenen angesprochen fühlen und einbringen.

Erlassjahrinitiative

Die Aktivitäten des AK zur Entschuldung der ärmsten Länder der Welt wurden weiter geführt und intensiviert. Seit einigen Jahren gehören wir zu den Mitträ­gern von „erlassjahr.de“, einer Organisation, die dieses Anliegen vertritt. Hier werden die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Schulden und Schuldenerlass untersucht und in die Politik eingebracht. Unsere Gruppe hatte in den letzten Jahren mehr als 600 Unterschriften auf Erlassjahrringen gesammelt. Wir konnten diese in einer öffentlichen Kundgebung den Initiatoren im Mai übergeben. Im Juni wurden die in Deutschland gesammelten Ringe dem Bundeskanzler überreicht.

Pfarrfest St. Georg

Am Himmelfahrtstag nahm der AK wieder mit dem Verkaufsstand der Waren aus fairem Handel und ökologisch einwandfreien Produkten teil. Einerseits kommen uns die Einnahmen aus dem Verkauf und regelmäßig auch ein Teil des Pfarrfesterlöses zugute, andererseits soll die Präsentation dieser Produkte das Bewusstsein für einen fairen Handel mit den sogenannten Entwicklungsländern verstärken. Die Eine-Welt-Gruppe Rodenkirchen versorgte uns mit einer sehr schönen Auswahl von Waren, und wir  waren dankbar für die starke personelle Unterstützung bei den Verkäufen.

Haiti-Fest 2004

Am 8. Oktober war der Pfarrsaal von St. Georg voll besetzt: Der AK hatte zum diesjährigen Haiti-Fest eingeladen. Die Gäste wurden mit einem haitianischen Cocktail empfangen und erhielten bunte Schleifen in den haitianischen Farben rot und blau zur Begrüßung. Die große Informationswand zeigte in Bild und Text Wesentliches aus unseren Projekten. Besonders erfreut zeigten sich alle Gäste über die „Events“ des Abends: das Duo, welches uns mit französischen Chansons den Abend über sehr erfreute, das reichhaltige Büffet und nicht zuletzt die Präsentation der Homepage des Arbeitskreises, die inzwischen schon von tausenden Besuchern angeklickt worden ist – alles in Bezug zu unseren Aktivitäten zugunsten der Projekte in Haiti. In geglückter Weise verband sich an diesem Abend Geselligkeit und Austausch von Informationen über Haiti mit den Berichten über unsere Arbeit hier.

Besuch von Pater Zucchi SDB

Am 28. Oktober besuchte uns Pater Zucchi .im Rahmen einer Sitzung des AK im Pfarrheim St. Georg in Weiß. Er ist Nachfolger von Pater Bohnen, d.h. der Leiter des Minischulprojektes in Port-au-Prince. Pater Zucchi schilderte sehr gut die momentane Situation der Menschen in unserem Partnerprojekt und in Haiti (Vgl. 2.1 dieses Berichtes).Wir haben uns sehr über den persönlichen Kontakt gefreut, der die Beziehungen zwischen Weiß und Haiti sicherlich wieder weiter vertieft hat.

Weihnachtsbasar St. Georg

Auch in diesem Jahr war der Weihnachtsbasar am 20. / 21.November  2004 für den AK einnahme- und publikumsträchtig. In Presse und Rundfunk wurde  diese Veranstaltung ausführlich angekündigt. Die Vielfalt der Angebote wäre undenkbar ohne den unermüdlichen Einsatz des Bastelkreises, in dem sich viele Frauen aus Weiß mit großem Eifer engagieren! Der Verkauf der Produkte aus fairem Handel ist auch bei dieser Veranstaltung ein großer Erfolg gewesen. Das Basar-Café war ein beliebter Ort für Austausch bei Kaffee und Kuchen. Nicht zuletzt durch die Unterstützung vieler zusätzlicher HelferInnen wurden beide Tage recht erfolgreich.

Informationsbroschüre 2004

Wie es nun schon fast Tradition ist, verteilen die Mitglieder des Arbeitskreises in der Adventszeit einen Brief an alle Weißer BürgerInnen. In diesem Jahr  erhielten alle Weißer im April eine von der Stadt Köln großzügig unterstützte Neuausgabe unserer Informationsbroschüre.

3.2. Veranstaltungen mit/bei anderen Gruppierungen

Dorfgemeinschaft Weiß

Ein Mitglied des AK nimmt regelmäßig an den Sitzungen der Dorfgemeinschaft teil und hält den Kontakt.

Haiti-Informationsbüro Köln (HIB) und Haiti-Med e.V. Düsseldorf

Die Feste von Haiti-Med und dauernder Austausch aktualisieren immer wieder unsere Informationen zur Situation in Haiti.

Pfarrfest St. Remigius, Köln-Sürth

Unsere Beteiligung wurde wegen plötzlich einsetzenden Gewitters verkürzt.

Allerweltshaus Köln

Am 22. Juni gab es im Allerweltshaus in Ehrenfeld einen von uns gestalteten Haiti-Abend mit Vortrag, Ausstellung und anschließender Diskussion. Der Raum war gefüllt und die anschließende Diskussion mit einem interessierten Publikum war lebhaft und informativ.

Adveniat

Mit der neuen Haiti-Referentin von Adveniat, Frau Wichelmann trafen wir uns zu einem sehr fruchtbaren Austausch und konnten das Interesse und Engagement von Fr. Wichelhaus für Haiti sicherlich bestärken.

3.3 Verschiedenes

Pater Damien Gijsbrechts SDB

Im April besuchten Geneviève und Wolfram Reuffurth Pater Damien, den Nachfolger Pater Bohnens als Leiter der Minischulen in Port-au-Prince, in Kanne, Belgien, bei seiner Mutter. Im Sommer erlag Pater Damien schon seiner schweren Krankheit und wurde unter großer Anteilnahme beigesetzt. Wir haben ihn bei den gegenseitigen Besuchen als einen liebenswerten Menschen und engagierten Priester erlebt und denken an ihn in Dankbarkeit.

Ausstellung

Die für den ökumenischen Kirchentag in Berlin erstellte Ausstellung war seither häufig im Einsatz, u.a. in allen beteiligten Gemeinden; weitere Ausstellungs­orte waren:
- Eine-Welt-Laden Remagen
- Michaelshoven – Forum
- Tanzbrunnen anlässlich des Ehrenamtstages
- Straßenfest in Rodenkirchen

Vorträge

G. Reuffurth konnte auch in diesem Jahr wieder einige Vorträge zu unseren Projekten in Haiti  halten: im Eine-Welt-Laden in Remagen; im  Allerweltshaus in Ehrenfeld; im Gymnasium Thusneldastr. in Deutz.

Gymnasium Tusneldastraße Köln-Deutz

Der Kontakt zum Thusnelda-Gymnasium, Köln-Deutz, wurde weiter gepflegt. In 2 Klassen gab es Vorträge und die Schule organisierte am 17. 05. einen Sponsorenlauf, dessen Erlös (€15.600) uns am 21. Juli in der Aula des Gymnasium feierlich überreicht wurde.  Dieses Ereignis hat die lokale Presse in geeigneter Form aufgegriffen und gewürdigt.

Stadtgymnasium Dortmund

Herr Schirmer und Frau Christa Schnellen vom Stadtgymnasium Dortmund baten uns um Informationen zu unseren Projekten in Haiti und organisierten diverse Veranstaltungen zur Information und Unterstützung unserer Projekte. Diese Aktivitäten schlagen sich inzwischen in immer größer werdenden Überweisungen nieder.

Montessori-Grundschule Gilbachstraße

Die Montessori-Grundschule unterstützt uns fast jedes Jahr durch Spenden der Eltern und SchülerInnen; der AK bietet den Klassen Vorträge zu Haiti und den Projekten  des AK' an.

Realschule Godorf

Die Realschule Godorf veranstaltete einen Sponsorenlauf an dessen Erlös die Projekte in Haiti beteiligt wurden. Die Schule ist an weiterer Zusammenarbeit sehr interessiert.

Albert-Schweitzer-Grundschule in Weiß

Sehr dankbar sind wir den SchülerInnen der Grundschule in Weiß, die traditionsgemäß den größten Teil der Sternsinger stellen, ohne die diese Aktion nicht denkbar wäre.

3.4 Ausblick

Die regelmäßigen Aktivitäten des AK werden dank der Unterstützung so vieler weitergeführt.

Die Ausstellung zu unseren Projekten in Haiti soll weiter verliehen werden, um gerade in der momentan sehr kritischen Situation die Aufmerksamkeit der Menschen auf die am meisten unter der Krise Leidenden zu lenken.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Schulen soll beibehalten  bzw. intensiviert werden.

Die Neuherausgabe der Informationsbroschüre des Arbeitskreises ist mit finanzieller Unterstützung der Stadt Köln fertig und erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit bei unseren Aktionen!

25jährige Unterstützung des Partnerprojektes in Haiti

Am 27. August planen wir eine große Veranstaltung anlässlich des 25. Jahrestages der Unterstützung der Minischulen durch die Gemeinde St. Georg in Weiß! Unser Fest beginnt mit einer Festmesse um 19°° und anschließend gibt es haitianische Musik, Informationen und gemütliches Beisammensein all derer, die uns schon so lange begleiten!

Alle diese Aktivitäten wären undenkbar, ohne das große Engagement und die Unterstützung vieler Beteiligter, besonders aus der Pfarre St. Georg. Ganz besonders danken möchten wir in diesem Jahr hier stellvertretend für so viele

dem Bastelkreis und den Damen, die bei den Festen in Küche und Café arbeiten,

Herrn Pfarrer Luhmer, der uns kontinuierlich bei allen Aktivitäten tatkräftig unterstützt hat,

Daniel Goll, der die Qualität unserer Öffentlichkeitsarbeit bei der Ausstellung und der Homepage noch mehr verbesserte und den SternsingerInnen mit ihren BegleiterInnen.

Diese vielseitige Unterstützung ermutigt uns, weiter zu arbeiten für die Menschen in diesem geschundenen Land. Wir tun es aus der christlichen Überzeugung heraus, dass wir mit allen Menschen zu einer großen Menschheitsfamilie gehören.

 

 

Schüler liefen für Montessori-Schulprojekt in Jeremie

   

Zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 veranstaltete die Johannes-Gutenberg-Realschule Köln-Godorf ihren ersten Sponsorenlauf im Forstbotanischen Garten in Rodenkirchen. Über 600 Schüler erliefen mit der Unterstützung ihrer Sponsoren den stolzen Betrag von €6.350,00. Die Schülervertretung entschied, dass der größte Teil dieser Summe den Kindern und Jugendlichen in der sogenannten "3. Welt" zu Gute kommen soll. Hiervon erhielt der Arbeitskreis "Eine Welt" St.Georg Köln-Weiß e.V. €2.000,00 und das Ometepe-Projekt in Nicaragua €1.800,00.

Im Beisein aller Schüler und der Presse überreichten die Schülersprecher Katharina Merten und Ilja Bemert am 11.04.2005 die Schecks an die Vertreter der beiden Organisationen.

Bei einem anschließenden Informations- forum informierten Genevieve Reuffurth und Thomas Eßer die zahlreich erschienen Schüler über die Lebenssituation der Kinder in Haiti. Sie waren sehr betroffen als sie erfuhren wie der Alltag in einer haitianischen Schule abläuft. Das dort z.B. über 50 Schüler in einem Raum unterrichtet werden und das einige von ihnen vor Hunger und Erschöpfung während des Unterrichtes einschlafen.

Das erfreuliche Ergebnis der vielen Gespräche war, das sich die Schüler und Lehrer der Johannes-Gutenberg-Realschule auch weiterhin für Sorgen und Nöte der Kinder in Haiti engagieren wollen.

 

 

 

Bericht Haitireise 07.11.-04.12.2004 von Geneviève & Wolfram Reuffurth

   

Unsere Reise begann am 07.11.2004 mit dem Flug der Air France nach Pointe-à-Pitre, Guadeloupe, wo wir 4 Tage blieben.Wir besuchten dort Familie Gauthier, die das Centre Technique in Jérémie unterstützen und auch unserem Schulprojekt Mackandal/Jérémie helfen möchten. Zu diesem Zweck trafen wir die Grundschulrektorin des "Pensionat Versailles" in Basse-Terre. Sie ist bereit, in ihrer Schule Kinder und Eltern zu motivieren um Material (Hefte, Bücher...) für unserere Montessori-Schule in Mackandal zu sammeln. Sie möchte auch gerne nach Jérémie reisen, um sich ein Bild der Schule zu machen. Wir werden ihr nach unserer Rückkehr Photos von Mackandal schicken, um eine Ausstellung in ihrer Schule zu ermöglichen.

Am 11. November wurden wir von Herrn Magloire dem Direktor der Minischulen von Pater Bohnen abgeholt. Herr Magloire berichtete uns von den Problemen mit denen sie in Port-au-Prince zu kämpfen haben: Terror, Kidnapping sogar Morde auf offener Straße sind an der Tagesordnung. Pater Zucchi hält sich zur Zeit immer noch im Ausland auf, weil für ihn die Lage in Haiti zu gefährlich ist.

Am nächsten Tag versuchten wir Flugtickets nach Jérémie zu bekommen. Dies ist normalerweise kein Problem, aber diese mussten am Flughafen abgeholt und in bar bezahlt werden. Das war nicht ungefährlich, da die Straßen sehr unsicher sind und man jederzeit mit einem Überfall rechnen muss. Ich war froh als Wolfram und ein Kanadier, der ebenfalls nach Jérémie wollte, gesund und wohlbehalten von ihrer Taxifahrt zum Flughafen zurück waren.

In der Zwischenzeit traf ich Carol Guy-James von der Peter-Hesse-Stiftung. Ich berichtete ihr von unserem Montessori-Zentrum in Mackandal. Sie kannte es von einer Reise nach Jérémie und war beeindruckt von der guten Arbeit der Lehrer vor Ort. Sie ist bereit, uns mit Montessori-Material auszuhelfen und bietet auch eine Fortbildung für die Lehrer an.

Am 15. November flogen wir am frühen Morgen mit einer kleinen Maschine, die schon bessere Tage gesehen hatte, nach Jérémie. Dort wurden wir von Familie Schmitt abgeholt, die für Pro-Haiti in Jérémie arbeitet. Wir durften dort im Haus von Pro-Haiti mit wunderbarem Blick aufs Meer und auf die Berge (Pic Macaya 2400m) wohnen.

Da wir nicht wussten wer im Moment für die Schule in Mackandal zuständig ist (Père Walnès ist seit März 2004 in Kanada!) gingen wir am gleichen Morgen zur Schule. Dort erfuhren wir, dass Père Frantz, ein junger Kaplan an der Kathedrale St. Louis sich rührend um die Schule kümmert. So fingen arbeitsreiche Wochen in Jérémie an.

In Gesprächen mit den Verantwortlichen der Schule Msgrs. Lindor und Bischof Msgrs. Romélus wurde geklärt, dass die Kinder ab dem 1. Dezember wieder regelmäßig ein Mittagessen bekommen. (Wegen der Unruhen und Geldmangel wurde zeitweise keine Mittagessen angeboten!)

Die Gehälter der 3 neuen Lehrer wurden rückwirkend ab Oktober erhöht. Somit erhalten sie das gleiche Gehalt wie ihre Kollegen.

Die Schule besteht aus drei Kindergarten- gruppen und vier Grundschulklassen. Hier werden zur Zeit 170 Kinder von 11 Lehrern unterrichtet. Dies erscheint auch ausreichend zu sein. Um aber die Raumsituation zu verbessern ist eine Erweiterung (Aufstockung des Schulgebäudes) zwingend erforderlich. Dies erscheint aber nur sinnvoll zu sein, wenn das Schulgelände durch eine Mauer geschützt wird. Da die Schule in einem Slumgebiet liegt kommt es häufig zu Belästigungen durch arbeitslose Jugendliche. Außerdem wird der Schulhof als Auslauf von herumlaufenden Schweinen benutzt. Mit den Verantwortlichen wurde deshalb beschlossen unverzüglich Kostenvoranschläge für die Baumaßnahmen einzuholen.

Während unseres Aufenthaltes in Jérémie haben wir in den Kindergartengruppen und den Grundschulklassen des Montessori-Zentrums etwa 3-4 Stunden täglich hospitiert. Die Lehrer sind sehr engagiert und sich ihrer Aufgabe bewusst, Kinder im Sinn von Maria Montessori zu erziehen und nicht - wie leider sehr oft in Haiti üblich - von ihnen nur ein Nachsprechen zu verlangen, ohne dass sie die Bedeutung verstanden haben. 2 Lehrer waren leider nicht in der Lage die Kinder mit einer aktiven Methode zu erziehen. Sie tendierten zu dem in Haiti gebräuchlichen Frontalunterricht. Hier muss versucht werden durch Fortbildung die Situation zu verbessern.

Wir sind zwar keine Montessori Fachleute, Geneviève ist aber als ausgebildete Freinet-Pädagogin in der Lage sich ein Urteil über die aktiven Schulmethoden zu erlauben.

Da wir den Unterricht für die Kinder nicht zu sehr stören wollten, boten wir den Lehrern an 2 Wochenenden Seminare an, jeweils von 8.00 Uhr morgens bis 14.00 Uhr. Die angesprochenen Lehrer, d.h. die Lehrer aus Mackandal und diejenigen aus Caracolie (ähnliches Schulprojekt aus einem anderen Stadtteil), nahmen an allen vollzählig teil.

Wolfram hat den Lehrern Grundkenntnisse in Buchführung beigebracht, damit sie in der Lage sind, selbständig die Ein- und Ausgaben (Schulgeld, kleine Ausgaben für Material) einer kleinen Schule zu verwalten und abzurechnen.

Aufgabe von Geneviève war es, mit den Lehrern zusammen eine aktive Methode zum Erlernen der französischen Sprache zu entwickeln. Französisch ist in Haiti neben Kreol eine offizielle Sprache, die alle Haitianer beherschen müssen. In unserem Montessori-Zentrum sollen die Kinder zuerst spielend an die Sprache herangeführt werden und ab der 2. Grundschulklasse französisch Lesen und Schreiben lernen, aber in einer aktiven Lernweise, d.h. Vokabeln und Grammatik aktiv anwenden (Rollenspiele, Lieder, Geschichten, Gedichte usw. erfinden, schreiben, vorlesen...).Die Lehrer waren sehr interessiert und haben aktiv mitgearbeitet.

An unserem letzten Tag haben wir 2 Stunden mit den Lehrern von Mackandal und dem Verantwortlichen Père Frantz zusammengesessen und uns Gedanken über die Zukunft der Schule gemacht. Im Moment läuft alles zufriedenstellend. Es wurde über die Größe der Klassen diskutiert und auch die Frage gestellt, ob die Zeit reif ist um eine 5.Klasse zu eröffnen. Diese Frage haben wir nicht beantworten wollen, denn sie soll eine Entscheidung des Lehrerkollegiums sein.

Am 1. Dezember flogen wir nach Port-au-Prince zurück. Die Schuldirektorin begleitete uns bis zum Flughafen von Jérémie. Der Nachmittag und die folgende Nacht in Port-au-Prince waren sehr unruhig, Schießereien und Brände (Autos, Reifen, Barrikaden) gab es an mehreren Stellen der Stadt. Zum Glück wohnten wir weit von den Unruhen entfernt, so dass wir nur den Lärm und den Rauch sahen. Wir haben aber in der ganzen Nacht kein Auge zugemacht!

Am nächsten Tag hatten wir uns mit Carol Guy-James verabredet. Sie holte uns mit ihrem Auto ab und brachte uns hoch in die Berge über Port-au-Prince, damit wir uns von der unruhigen Nacht erholen konnten. Wir saßen bei einer Tasse Kaffee und mit einem wunderbaren Panoramablick auf der Terasse zusammen und planten den weiteren Verlauf unserer Zusammnenarbeit.

Geneviève übergab ihr eine Liste mit dem vorhandenen Montessori-Material in Mackandal, die von den Lehrern zusammengestellt worden war. Sie versprach soweit es ihr möglich sein wird, fehlendes Material zu besorgen.

Im Februar 2005 plant Carol ein Sprachenseminar in Port-au-Prince und will hierzu die Grundschullehrer aus Mackandal einladen. Da die politische Lage aber sehr schwierig ist, kann die Durchführung dieses Seminars nicht garantiert werden.

Wenn die Lehrer von Mackandal ihr Einverständnis geben, in Jérémie an einem Seminar von 6 Wochen Dauer während der Sommerferien teilzunehmen, wird sich Carol um die Durchführung kümmern.

Die letzte Nacht in Port-au-Prince verlief ruhig, so auch die Fahrt zum Flughafen. Wir waren sehr erleichtert als heil und gesund in Richtung Deutschland abhoben.

Geneviève und Wolfram Reuffurth

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weihnachtsbasar 2004

   

Schnee und Sonne im Wechsel begleiteten den dies-jährigen Weihnachtsbasar. Dank der erlesenen Qualität der angebotenen Waren, der guten Beköstigung im Café und der allgemein angenehmen Atmosphäre wurde das Ergebnis der Vorjahre übertroffen. Mit einem Reinerlös von insgesamt €5.405,30 können wir die Kinder und Jugendlichen in Haiti unterstützen.

Ganz herzlichen Dank an alle Aktiven, Spender und Käufer, die dazu beigetragen haben, die Hilfsmöglich-keiten in Haiti so zu vergrößern!

Ein besonderer Dank gilt dem Bastelkreis ohne den die Ausrichtung des Weihnachtsbasars nicht möglich wäre.

Ihnen allen – hier wie in Haiti – eine friedvolle und schöne Advents- und Weihnachtszeit!

 

 

E-Mail unserer AK-Mitglieder Geneviève und Wolfram Reuffurth aus Haiti

   

Seit bald 14 Tagen sind wir unterwegs und haben schon allerhand geschaftt:

In der französichen Karibik besuchten wir eine Familie, die sich für mehrere Projekte in Haiti einsetzen.

In Port-au-Prince haben wir den Verwaltungschef der Minischulen Herrn Magloire getroffen. Er sagte uns wie schlimm die Lage in den Slums ist: "Jeden Tag wird dort gemordet und geplündert. Die Eltern haben Angst ihre Kinder in die Schule zu schicken. Die Patres werden bedroht und können ihren Aufgaben kaum nachgehen."

In Jérémie ist die Lage ruhiger. Wir haben gleich am ersten Tag das Montessorie-Zentrum Mackandal besucht. Die Lehrer und Schüler arbeiten gewissenhaft und zu unserer Zufriedenheit. Nur das Umfeld ist verbesserungsbedürftig. Das Schulgebäude, dass mitten im Elendsviertel steht, ist ungeschützt, so dass der Schulhof eine gewisse Gefahr für Schüler und Lehrer bedeutet. Wir haben den Lehrern am Wochen-ende spätnachmittags ein Seminar angeboten, und trotzdem sind alle vollzählig erschienen! Ein Ansporn für uns weiterzumachen!

Wir denken oft an Weiß und wünschen Euch einen schönen und erfolgreichen Weihnachtsbasar.

Es grüßen aus Haiti

Geneviève und Wolfram Reuffurth

 

 

Besuch aus Port-au-Prince

   

Am Donnerstag, den 28.10.2004 besuchte uns der Leiter des Projektes der Minischulen Pater Zucchi Olibrice SDB. Schon zu Zeiten von Pater Bohnen war Pater Zucchi in die Leitung des Projektes eingebunden. Seit dem Tod seines Mitbruders Pater Damien Gijsbrechts SDB im Juni diesen Jahres muss er die Last der Leitung alleine tragen.

Wir freuten uns zu hören, dass während der Unruhen in Haiti zu Beginn des Jahres, dem Projekt kein Schaden entstanden war - wohl aufgrund der hohen Akzeptanz gerade dieses Projektes in der gesamten Bevölkerung! Auch der furchtbare Hurrikan im Herbst wurde ohne größere Schäden überstanden.

Mit großer Bestürzung mussten wir hören, dass die Essensausgabe an die Kinder von 5 auf 4 Tage pro Woche gekürzt wurde. Die Kosten sind in der letzten Zeit stark gestiegen und die Einnahmen sind gesunken. So hat z.B. die EU ihre Zuwendungen für Nahrungsmittel um 50% gekürzt!