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2005

RÜCKBLICK 2005

1. Allgemeine Situation in Haiti

Das Jahr 2005 wurde für Haiti ein besonders schwieriges Jahr. Die Unruhen, die seit dem Sturz des Präsidenten Aristide im Februar 2004 das Land beherrschten, hielten an.

Ein Bericht von Amnesty International, Koordinationsgruppe Haiti, vom 22.08.2005 (upgrade im Februar 2006) schildert sehr gut die Lage:

Angespannte Sicherheitslage

Das Risiko, verletzt oder getötet zu werden, ist auf Haiti nach wie vor sehr hoch. Gewaltakte, oftmals mit politischem Hintergrund, kosteten seit Februar 2004 mehr als 900 Menschen das Leben. Betroffen waren vor allem Zivilisten, aber auch Soldaten der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen auf Haiti (MINUSTAH). Seit den Unruhen, die zum Regierungswechsel führten, werden weite Teile des Landes von rivalisierenden Banden kontrolliert, die an einer Befriedung und Demokratisierung des ärmsten Staates der westlichen Hemisphäre kein Interesse haben. Sie finanzieren sich aus Drogenhandel und illegalen Waffengeschäften.

Der Haitianischen National Polizei (HNP) mangelt es an Ausbildung, Personal und Ausrüstung. Sie kann ihre Aufgaben nur sehr begrenzt erfüllen. Zudem wird die HNP häufig mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht, was das Vertrauen der Bevölkerung in die Rolle der HNP als Sicherheits- und Ordnungskraft untergräbt.

In dieser Situation kommt der MINUSTAH bei der Stabilisierung des Landes eine große Bedeutung zu. Die Friedenstruppe leistet nach Anfangsschwierigkeiten mittlerweile einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Sicherheitslage auf Haiti. Dennoch ist das am 15.02.2006 abgelaufene Mandat zunächst nur bis zum Sommer 2006 verlängert worden.

Die Entwaffnung und Demobilisierung der gewalttätigen Gruppen ist von herausragender Bedeutung, um die Lage zu entspannen und die Demokratisierung des Landes zu gewährleisten. Angesichts der etwa 170.000 im Umlauf befindlichen Handfeuerwaffen auf Haiti, der mangelnden Infrastruktur und fehlenden Kontrolle der Regierung über alle Landesteile, ist die Entwaffnung eine äußerst schwierige Aufgabe. Bisher ist kein ernsthaftes Bemühen der Regierung zu erkennen, sich dieser Aufgabe zu stellen und einen wirksamen Entwaffnungsplan zu entwickeln und umzusetzen. Die neue Regierung muß umgehend dafür sorgen, dass ein umfassendes Entwaffnungsprogramm endlich in die Tat umgesetzt wird.“

Am 07.02.2006 fanden die Präsidentschaftswahlen statt. Entgegen Befürchtungen verlief der Tag ruhig. 35 Kandidaten standen auf der Liste; 3 versprachen sich die meisten Stimmen und am 17.02.2006 wurde René Préval als neuer Präsident Haiti mit 51,15% der Stimmen öffentlich deklariert.

Im Bericht von Amnesty International heißt es weiter:

Wirtschaftliche und soziale Lage

Große Teile der Bevölkerung haben keinen Zugang zu ausreichend sauberem Wasser, das Stromnetz ist instabil, viele Gebiete des Landes sind gar nicht mit Elektrizität versorgt. Es fehlt zudem an medizinischer Grundversorgung, die Krankenhäuser sind mangelhaft ausgerüstet und können die Versorgung ihrer Patienten nicht gewährleisten. Die Lebenserwartung in Haiti beträgt im Schnitt nur 50 Jahre und acht von hundert Kindern erleben ihren fünften Geburtstag nicht. (Vgl. UN-Bericht S/2004/124)

Zudem wird Haiti immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht. Überschwemmungen oder Hurrikans verschlimmern die Situation der Bevölkerung. Der Hurrikan „Dennis“ hinterließ im Juli 2005 über 40 Tote und 22 Verletzte. Aufgrund der mangelnden Infrastruktur ist es meist nicht möglich, schnell und unkompliziert humanitäre Hilfe zu leisten. Außerdem sollen bewaffnete Banden den Menschen Hilfsgüter aus den Händen entrissen und zu hohen Preisen verkauft haben. Vor Ort präsente Militär- und Polizeieinheiten der Vereinten Nationen konnten nicht verhindern, dass nach den Naturkatastrophen die Zahl der Gewaltakte noch anstieg, was die Verteilung internationaler Hilfsgüter an die Überlebenden der Sturmkatastrophen erheblich erschwerte.“

Soweit der Situationsbericht von Amnesty International.

2. Unsere Projekte

2.1 Die Minischulen in Port-au-Prince

hatten unter der Welle der Entführungen und Morde besonders zu leiden. Die Slums von Cité Soleil, Drouillard, Brooklyn sowie die anderen waren unter der Herrschaft von Banditen, die vor nichts zurückschreckten. Die Eltern der Kinder wagten nicht mehr, ihre Kinder in die Minischulen zu schicken.

Anfang Mai erreichte uns ein Hilferuf von Rev. Pater Zucchi Olibrice sdb: eine Überschwemmung des Geländes des OPEPB (Minischulen)! Der katastrophale Zustand der Kanalisationen in Port-au-Prince hatte dazu geführt, dass die untere Stadt, also hier La Saline, wo sich das OPEPB befindet, unter Wasser stand: Kantine, Lager, Schulhof, Verwaltung alles stand kniehoch unter Schlamm.

Ende Mai musste die Verteilung der 25 000 Mahlzeiten für die 187 Schulen kurzfristig wegen der allgemeinen Unsicherheit eingestellt werden. Inzwischen wurde sie überall wieder eingeführt, mit der Einschränkung, dass die Kinder nur an vier Tagen in der Woche ihre Speisung erhalten, da die Finanzierung nicht für die ganze Woche ausreicht.

Bei seinem Besuch anlässlich unseres Jubiläums im August 2005 prangerte Rev. Pater Zucchi Olibrice SDB die haitianische Regierung und die Regierungen der freien Welt an: sie ignorierten die fürchterliche politische und wirtschaftliche Lage Haitis und täten nichts, um Kinder und Erwachsene vor einfacher Willkür zu schützen.

Die Salesianer von Don Bosco in Port-au-Prince mussten auch um ihr Leben fürchten. So erreichte uns Anfang Januar 2006 eine E-mail: „eine Gruppe Krimineller aus Cité Soleil drang in das Gebiet Drouillard ein, wo das Provinzialat liegt. Sie zwangen viele Anwohner, ihre Häuser zu verlassen, um Feuergefechte, Entführungen oder andere Gewaltakte zu verhindern. Das Laienpersonal musste evakuiert werden, und es bleiben dort nur drei Salesianer, die das Haus nicht verlassen dürfen, um gefährliche Folgen zu vermeiden.“

2.2  Jérémie – Mackandal

Unser Projekt dort hat im Jahr 2005 weniger gelitten als die Minischulen in Port-au-Prince. Es liegt daran, dass die Unruhen auf Port-au-Prince und einige Städte im Norden Haitis begrenzt waren.

Jérémie blieb ruhig aber litt unter der wirtschaftlichen Krise. Die Preise schossen in die Höhe, so dass die Armut noch größer wurde. Die Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen und Öl erreichten Preise wie in Europa; die Löhne - sowieso schon sehr niedrig - blieben die gleichen. Als Beispiel: ein ausgebildeter Lehrer erhält umgerechnet 60 €/Monat!

Für das Mittagessen der Kinder waren von Januar bis Juni 2005 pro Monat pro Kind 5 € zu zahlen. Im Oktober 2005 erhielten wir einen Hilferuf, denn die vom Bischof Romélus getragene Kantine konnte für diesen Preis die Kinder nicht mehr ernähren. Das Doppelte, 10 € pro Monat und pro Kind wäre gerade kostendeckend. Bei der Preisentwicklung in Haiti kein Wunder.

Da Mackandal das Geld nicht aufbringen kann, bereiten die Lehrer den Kindern einen kleinen Imbiß, bestehend aus Brot und Erdnussbutter zu, den sie in der Schule zu sich nehmen.

Das nächste große Problem blieb die Sicherung des Schulgeländes. Eine Umfriedung ist vorgesehen, ein Antrag auf Unterstützung wurde bei der deutschen Botschaft in Port-au-Prince gestellt. Im Mai 2005 besuchte seine Excellenz, der deutsche Botschafter Herr Gordon Kricke, die Schule in Mackandal. Nach seinem Besuch schrieb er uns „es lohnt sich die Maison des enfants Montessori de Mackandal zu unterstützen. Es ist sehr wichtig, den benachteiligten Kindern eine Chance für eine bessere Zukunft zu geben. Ich denke es ist auch wichtig, das Gelände mit einer Mauer zu umgeben“.

Für die Erweiterung der Schule um 4 neue Schulklassen hat das päpstliche Kindermissionswerk in Aachen (Sternsingeraktion) 29 000 € bewilligt.

Mit diesen 4 neuen Klassenräumen, die demnächst gebaut werden sollen, werden wir die rund 200 Kinder bis einschließlich Klasse 6 gut unterbringen können.

Die Weiterbildung der Lehrer wurde von der Peter-Hesse-Stiftung übernommen. Ein Seminar fand vom 01.08. bis zum 29.08.2005 unter der Leitung von Frau Heliana Charles in den Räumen der Schule statt. Alle LehrerInnen waren anwesend, um vier Wochen lang mit der haitianischen Montessori-Ausbilderin ihr Wissen zu erweitern. Auch wurde neues Lehrmaterial von der Peter-Hesse-Stiftung gespendet.

3. Aktivitäten des Arbeitskreises in Deutschland

3.1  Aktivitäten in und mit der Gemeinde St. Georg, Köln-Weiß

Regelmäßige Sitzungen der Mitglieder des Arbeitskreises

Etwa jeden Monat treffen sich die Mitglieder des AK zu ihren Arbeitstreffen, auf denen die aktuellen Probleme besprochen, alle Aktivitäten geplant und die Arbeiten verteilt werden. Die Jahreshauptversammlung wurde ordnungsgemäß am 13.04.2005 durchgeführt. Alle Sitzungen sind trotz der privaten Treffpunkte bei den Mitgliedern öffentlich, und weitere TeilnehmerInnen sind herzlich willkommen, um sich ggf. aktiv zu beteiligen, einzelne Projekte mit zu tragen oder einfach nur um aus erster Hand informiert zu werden.

Sternsinger

Am 10. und 11. Januar 2005 zogen wieder 14 (!) Sternsingergruppen durch Weiß. Sie segneten die Häuser und Wohnungen und erbrachten ein sehr schönes Sammelergebnis (€ 7.026,36). Diese Summe wurde über das päpstliche Kindermissionswerk in Aachen und direkt an die Minischulen in Port-au-Prince geschickt. Die Kinder und ihre Begleiter sammeln hier nicht nur das Geld, sondern rücken das Minischulprojekt immer wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung von Weiß. Die Sternsingermesse war sehr lebendig und eindrucksvoll vorbereitet von Stefanie Eßer.

Erlassjahrinitiative

Die Aktivitäten des AK zur Entschuldung der ärmsten Länder der Welt wurden weiter geführt. Seit einigen Jahren gehören wir zu den Mitträ­gern von „erlassjahr.de“, einer Organisation, die dieses Anliegen vertritt. Hier werden die politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen von Schulden und Schuldenerlass untersucht und in die Politik eingebracht.

Haiti soll Aufnahme finden im Kreis der ärmsten Länder, der HIPEC.

Pfarrfest St. Georg

Daran nahm der AK am 1. Mai mit dem Verkaufsstand der Waren aus fairem Handel und ökologisch einwandfreien Produkten teil. Einerseits kommen uns die Einnahmen aus dem Verkauf und regelmäßig ein Teil des Pfarrfesterlöses zugute, andererseits soll die Präsentation dieser Produkte das Bewusstsein für einen fairen Handel mit den sog. Entwicklungsländern verstärken. Die Eine-Welt-Gruppe Rodenkirchen versorgte uns zum einen mit einer sehr schönen Auswahl von Waren und zum anderen waren wir dankbar für die starke personelle Unterstützung bei den Verkäufen.

Kultur in der Sackgasse

Am 2. und 3. Juli 2005 gab es in Weiß die Veranstaltung Kultur in der Sackgasse. Der AK hatte einen vielbeachteten Stand am Weißer Kapellchen, wo die haitianische Künstlerin Zaneda ihre Werke ausstellte.

ANPIL MEN POU AYITI (viele Hände für Haiti) Jubiläumsveranstaltung der 25jährigen Unterstützung der Projekte in Haiti am 27.08.2005

Am 27. August war St. Georg voll besetzt: Der AK hatte anlässlich der 25jährigen Unterstützung des Projektes der Kleinen Schulen in Port-au-Prince/Haiti eingeladen. Persönliche Einladungen und ein von Daniel Goll beeindruckend schwungvoll gestaltetes Plakat hatten einige Hundert Gäste mobilisiert. Die große Informationswand zeigte in Bild und Text das Wesentliche unserer Projekte und eine reichlich bebilderte Dokumentation die Arbeit des AK über 25 Jahre. In der Festmesse konzelebrierten Pfr. Luhmer, Pfr. Fessler und Pater. Zucchi Olibrice SDB. Letzterer hielt in der Kirche eine sehr eindrucksvolle Ansprache über die Situation in Haiti. Auf dem Kirchplatz zeigten sich alle Gäste sehr erfreut über das Programm des Abends: die Combo Creole, die mit haitianischer Musik aufs Beste unterhielt; das reichhaltige Büffet und nicht zuletzt die Statements auf der Bühne, die von Aktiven und Ehemaligen wichtige Wegstrecken des AK seit der Gründung aufzeigten: Jürgen Heinzer, Manfred Brodesser, Dr. Herbert Stupp, Prof. Marc Auguste und Bruder Muller SDB für die Missionsprokur der Salesianer Don Boscos, durch die wir den Kontakt zu Haiti erhalten hatten; es wurden kurze Grußworte von Paola Iten, der Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Frau Wieczorek-Zeul, verlesen.

Dank der vielen Zuschüsse und Spenden während des Abends verlief dieses schöne, große Fest für die Kasse ohne Verluste.

Besuch von Bruder Muller SDB

Am 06. Juli besuchte uns Bruder Muller SDB. Er ist Nachfolger von Pater Karl Oerder SDB als Leiter der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos (SDB) in Bonn. Während einer Sitzung des AK schilderte er sehr gut und eindrucksvoll die momentane Situation der Menschen in unserem Partnerprojekt und in Haiti im allgemeinen. Wir haben uns sehr über den persönlichen Kontakt gefreut, der die Beziehungen zwischen dem AK und der Missionsprokur sicherlich wieder weiter vertieft hat.

Besuch von Rev. Père Pierre Louis Jean Garry

Anlässlich des Weltjugendtages im August war Père Garry, der Ökonom der Diözese Jerémié/Haiti in Köln und konnte sich einige Zeit freimachen, um uns über die Situation in Makandal zu berichten; auch versprach er, sich zusammen mit Père Walnès, der zu der Zeit in Kanada war, um das Montessori-Projekt zu kümmern.

Weihnachtsbasar St. Georg

Auch in diesem Jahr war der Weihnachtsbasar am 19. / 20. November 2005 für den AK einnahme- (5.368,95 €) und publikumsträchtig. Selbst in Presse und Rundfunk wurde diese Veranstaltung ausführlich angekündigt. Die Vielfalt der Angebote wäre undenkbar ohne den unermüdlichen Einsatz des Bastelkreises, in dem sich viele Frauen aus Weiß mit großem Eifer engagieren! Der Verkauf der Produkte aus fairem Handel ist auch bei dieser Veranstaltung ein großer Erfolg gewesen – nicht zuletzt durch die Unterstützung vieler zusätzlicher HelferInnen.

Spendenbrief 2005

Wie es nun schon fast Tradition ist, verteilten die Mitglieder des Arbeitskreises in der Adventszeit einen Brief an alle Weißer BürgerInnen. Nicht zuletzt ein guter Spendeneingang zeigte die gute Resonanz dieses Briefes.

Dorfgemeinschaft Weiß und Ortsausschuss des PGR

Ein Mitglied des AK nimmt regelmäßig an den Sitzungen der Dorfgemeinschaft und des Ortsausschusses des Pfarrgemeinderates des Rheinbogens teil und hält den Kontakt.

3.2  Veranstaltungen mit / bei anderen Gruppierungen

Haiti-Informationsbüro Köln (HIB) und Haiti-Med e.V. Düsseldorf

Die Feste von Haiti-Med und dauernder Austausch aktualisieren immer wieder unsere Informationen zur aktuellen Situation in Haiti.

Seminar mit Kurt Gerhardt

Zusammen mit der Eine-Welt-Gruppe Rodenkirchen fand am 21.05.2005 diesmal nur auf einen Nachmittag konzentriert das jährliche Seminar statt.Der bekannte WDR-Journalist Kurt Gerhardt referierte kurz seine Erfahrungen als Entwicklungshelfer in Afrika und anschließend gab es einen sehr interessanten gegenseitigen Austausch über die Erfahrungen mit Entwicklungshilfeprojekten in Afrika und Lateinamerika.

Besuch beim päpstlichen Kindermissionswerkes und Misereor in Aachen

Am 16.08.2005 begaben sich Geneviève Reuffurth und Karl Schmitz auf der Suche nach Ko-Sponsoren für unsere Projekte nach Aachen und besuchten die zuständigen Sachbearbeiter von Misereor und dem Kindermissionswerk. Dr. Aracic vom Kindermissionswerk zeigte sich sehr angetan von der Erweiterung der Schule in Makandal und sicherte zu, einen Großteil der Kosten zu übernehmen!

Allerweltshaus Köln / Radiosendung am 25.12.2005

Am 25. Dezember 2005 gab es im Freien Lokalfunk Köln (FLOK) eine vom AK mitproduzierte einstündige Sendung zu Haiti und unserer 25jährigen Unterstützung von Projekten. Angeregt wurde dies vom Allerweltshaus in Ehrenfeld, das mit Frau Lang und der Journalistin Frau Salsamendi zwei sachkundige Betreuerinnen stellte. Kopien der Sendung sind an alle Förderer versandt worden. Der Erfolg dieser Sendung hat uns das Angebot zu einer weiteren Sendung in Zusammenarbeit mit dem Allerweltshaus eingebracht.

3.3 Verschiedenes

Urkunde der Stadt Köln

Der Arbeitskreis erhielt für seine Tätigkeit am 25. September 2005 vom Oberbürgermeister der Stadt Köln Fritz Schramma als Dank für seinen ehrenamtlichen Einsatz eine Urkunde.

Ausstellung

Die für den Ökumenischen Kirchentag in Berlin erstellte Ausstellung war seither häufig im Einsatz, u.a. in allen beteiligten Gemeinden; weitere Ausstellungsorte waren z.B. die Veranstaltung Kultur in der Sackgasse, Weiß und unser Jubiläum.

Vorträge

Geneviève Reuffurth konnte auch in diesem Jahr wieder einige Vorträge zu unseren Projekten in Haiti ausrichten:
Kolping-Familie Rodenkirchen; Eine-Welt-Laden Wipperfürth; Volkshochschule Köln.
Der Kontakt zum Thusnelda-Gymnasium, Köln-Deutz, wurde weiter gepflegt.

Stadtgymnasium Dortmund

Herr Schirmer und Christa Schnellen vom Stadtgymnasium Dortmund baten uns um Informationen zu unseren Projekten in Haiti und organisierten diverse Veranstaltungen zur Information und Unterstützung unserer Projekte, was sich inzwischen in immer größer werdenden Überweisungen niederschlägt.

Montessori-Grundschule Gilbachstraße

Die Montessori-Grundschule unterstützt uns fast jedes Jahr durch Spenden der Eltern und SchülerInnen; der AK bietet den Klassen Vorträge zu Haiti und den Projekten des AK an.

Realschule Godorf

Die Realschule Godorf veranstaltete einen Sponsorenlauf und unsere Projekte in Haiti erhielten einen Anteil von 2000,- € daran; die Scheckübergabe erfolgte am 11.04.2005 mit einem recht beachtlichen Presseecho.

Albert-Schweitzer-Grundschule in Weiß

Sehr dankbar sind wir den SchülerInnen der Grundschule in Weiß, die traditionsgemäß den größten Teil der Sternsinger stellen, ohne die diese Aktion nicht denkbar wäre.

Lagerraum in Sürth

Der Lagerraum in der Falderstr. In Sürth ist inzwischen eingeräumt und dient als Depot für die Materialien, die wir bei den verschiedensten Veranstaltungen benötigen.

3.4 Ausblick

Die regelmäßigen Aktivitäten des AK werden dank der Unterstützung so vieler weitergeführt.

Die Ausstellung zu unseren Projekten in Haiti soll weiter verliehen werden, um gerade in der momentan sehr kritischen Situation die Aufmerksamkeit der Menschen auf die am meisten unter der Krise Leidenden zu lenken.Der nächste größere Einsatz erfolgt anlässlich des Evangelischen Kirchentages 2007 in Köln.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen soll beibehalten, bzw. intensiviert werden, das Gymnasium Thusneldastr. wird in Frühjahr wieder einen Sponsorenlauf für unsere Projekte veranstalten.

Haiti-Abend 2006 voraussichtlich am 22. September 2006.An diesem Abend soll mit einer Mischung aus Information, Buffet und Musik ein Dankeschön an alle Freunde, Unterstützer und Interessierte stattfinden.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit dem Allerweltshaus Köln steht das Angebot, eine weitere Radiosendung im FLOK (Freien Lokalfunk Köln) zu produzieren.

Alle diese Aktivitäten wären undenkbar ohne das große Engagement und die Unterstützung vieler Beteiligter, besonders aus der Pfarre St. Georg.

Ganz besonders danken möchten wir in diesem Jahr hier stellvertretend für so viele dem Bastelkreis und den Damen, die bei den Festen in Küche und Café arbeiten, Pfr. Windt und Diakon Niederheide, die uns kontinuierlich bei allen Aktivitäten besonders werbemäßig unterstützten.

Daniel Goll, der die Qualität unserer Öffentlichkeitsarbeit bei der Ausstellung und der Homepage noch mehr verbesserte und den SternsingerInnen mit ihren BegleiterInnen und der Koordinatorin Steffi Eßer.

Diese vielseitige Unterstützung ermutigt uns, weiter zu arbeiten für die Menschen in diesem geschundenen Land. Wir tun es aus der christlichen Überzeugung heraus, dass wir mit allen Menschen zu einer großen Menschheitsfamilie gehören.

 

 

Der Arbeitskreis im Radio!

   

Am 25.12. 2005 wurde im Freien Lokalfunk Köln (FLOK) eine vom AK und von "eine welt on air" gemeinsam produzierte Sendung ausgestrahlt.

Diese Sendung lief im Rahmen des "Bürgerfunks" auf Radio Köln. Neben Informationen über den Arbeitskreis und die Lage in Haiti waren auch original Tonaufnahmen haitianischer Rhytmen zu hören.

Die einstündige Sendung kann jetzt in zwei Teilen à 30min. im mp3-Format hier heruntergeladen werden.

Radiosendung 2005 Teil1 (6,53 MB)
Radiosendung 2005 Teil2 (6,50 MB)

 

 

Weihnachtsbasar 2005

   

Am 19. und 20.11.2005 fand der traditionelle Weihnachtsbasar in unserer Pfarre St.Georg statt. Viele Besucher hatten die Möglichkeit Adventskränze, Weihnachts- dekorationen und verschiedene Handarbeiten zu erwerben. Eine Tombola erfreute groß und klein.

Bei einer Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen oder bei einem Glas Glühwein wurden interessante Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft.

Der  AK war wieder mit einen Stand von fair gehandelten Produkten aus der ganzen Welt vertreten. Durch den Verkauf dieser Produkte wird es ermöglicht den Bauern und Handwerken aus der so genannten Dritten Welt einen angemessenen Preis für ihre Erzeugnisse zu bezahlen.

Ganz herzlichen Dank allen Aktiven, Spendern und Käufern, die dazu beigetragen haben den tollen Reinerlös von insgesamt  €5.369,00 zu erzielen. Mit diesem Betrag können wir die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in Haiti vergrößern.

Ein besonderer Dank gilt dem Bastelkreis ohne den die Ausrichtung des Weihnachtsbasars nicht möglich wäre.

 

 

 

25 Jahre Partnerschaft mit Haiti
- Anpil men pou Ayiti -

   

Viele waren zu dem Fest gekommen, zu dem wir aus Anlass der 25-jährigen Partnerschaft mit Haiti am 27. August 2005 eingeladen hatten. Nicht nur alle diejenigen aus Weiß, von denen manche dem Arbeitskreis und seinen Aktivitäten zugunsten der Kinder in Haiti von Anfang an verbunden sind waren gekommen, sondern auch viele der hier in Deutschland lebenden Haitianer sowie aus Haiti der derzeitige Leiter des von Pater Bohnen gegründeten Projekts der Kleinen Schulen in den Slums der Hauptstadt Port-au-Prince, der haitianische Salesianerpater Zucchi Olibrice.

Im Festgottesdienst in der Kirche St. Georg berichtete Pater Zucchi ausführlich über die derzeitige dramatische Sicherheitslage der Stadt, in der nicht einmal die Kinder auf dem Weg in die Minischulen und auf den Schulhöfen der größeren Zentralschulen vor der Gewalt sicher sein können, die auf den Straßen herrscht (siehe nachstehende Kurzfassung der Rede). Berichtet wurde auch über erfreulichere Situation des zweiten Projekts des Arbeitskreises, des Montessori-Zentrums in der westhaitianischen Kleinstadt Jérémie. An Hand von Schautafeln und Fotoarbeiten konnten sich die Besucher ein noch besseres Bild der Projekte des Arbeitskreises in Haiti machen.

Diese düsteren Bilder wichen bald, als nach dem Gottesdienst auf dem im haitianischen Blau-Rot geschmückten Kirchplatz im Anschluss an die Begrüßung durch die Vorsitzende, Geneviève Reuffurth, und Vorstandsmitglied Karl Schmitz die Band Combo Créole mit Raoul Nassar karibische Rhythmen verbreitete. Bei lockeren Gesprächen, haitianischen Spezialitäten vom Buffet, Bier und Wein kam unter den etwa 200 Besuchern fröhliche Stimmung auf. Und der Kirchplatz wurde zum Tanzboden.

 



Kurzfassung des Inhaltes der Rede von Pater Zucchi
anlässlich der 25-Jahrfeier im Festgottesdienst am 27.08.2005

   

Nachdem P. Zucchi die Anwesenden in deutscher Sprache begrüßt hat, erklärt er, dass es für ihn eine Freude ist, heute in Weiß mit uns über das Werk von Pater Bohnen (OPEPB) sprechen zu können.

Von den 26 000 Kindern, die im letzten Jahr regelmäßig zur Schule gingen und ein Mittagessen bekamen, sind im Schuljahr 2004/2005 nur 15 000 bis 19 000 Kinder gekommen. Dies ist zurückzuführen auf das Gewaltklima und die Unruhen, die in Port-au-Prince seit dem 30.09.2004 herrschen. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine furchtbare Operation mit dem Namen "Bagdad" begonnen: Ziel dieser Operation ist es, die Bevölkerung der Hauptstadt in ein Klima der Angst zu versetzen: Morde, Kidnapping und Gewalt sind seitdem an der Tagesordnung. So ist es nicht verwunderlich, dass etwa die Hälfte der Schüler der "Kleinen Schulen" seit dem 29.09.2004 ohne Schulunterricht und ohne die Schulmahlzeit überleben muss, da die Eltern um das Leben ihrer Kinder fürchten und sie nicht zur Schule schicken.

In den Slums wohnt die Bevölkerung ohne Strom und ohne Wasser in unzumutbaren hygienischen Verhältnissen. Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose, Typhus, Aids und Geschlechtskrankheiten grassieren. Drogen werden heute in aller Öffentlichkeit eingenommen, junge Frauen und sogar kleine Mädchen müssen sich prostituieren, um das Überleben der Familien zu sichern. Trotz dieser verheerenden Zustände wollen die Verantwortlichen, die Lehrer, das Personal der "Kleinen Schulen" nicht aufgeben.

Die Finanzen sind das Problem Nr. 1. Es ist äußerst schwierig, das nötige Geld zu beschaffen für die Gehälter, für Gas zum Kochen, für Diesel, damit die Maschinen in den Werkstätten weiterlaufen können, für das Wasser, das auch an die Familien in der Nähe kostenlos verteilt wird.

Die UNO-Truppen haben die Banditen nicht entwaffnen können. So wurden bei den Salesia­nern drei Angestellte erschossen. Ein Schüler wurde auf dem Schulhof durch einen Querschläger getötet. Viele Kinder und Erwachsene sind verwundet worden. Zwei darunter liegen seit sechs Monaten in einem deutschen Krankenhaus und werden am Montag mit mir nach Haiti zurückfliegen. Sie sind für ihr Leben an einem Rollstuhl gebunden.

Für das neue Schuljahr hoffen wir auf eine Besserung. Wir werden aber auch auf dem Land präsent sein, dort Schulen eröffnen und Lehrer bezahlen, damit nicht noch mehr Kinder in die Slums von Port-au-Prince flüchten müssen.

Danke für Ihre Hilfe, für diese 25 Jahre Engagement und Dienst für die Nächsten!

 

 

 

Überschwemmung im Projekt der "Minischulen" in Port-au-Prince

   

Wie uns der Leiter der Minischulen in Port-au-Prince Pater Zucchi mitteilte, sind bei einem schweren Gewitter große Teile des Schulgebäudes beschädigt worden. Ursache hierfür ist die desolate Kanalisation der Stadt. Eine Verstopfung im Kanalnetz führte zu einem Rückstau der das Gelände der Zentralschule bis zu einer Höhe von 1,30 m überflutete.

Ein Teil der Begrenzungsmauer stürzte ein und die Kantine, der Pausenhof und fast alle Klassenräume wurden überschwemmt. Hierbei ist der größte Teil der Nahrungsmittelvorräte vernichtet worden.

Bis alle Schäden beseitigt sind muss der Unterricht ausfallen. Das ist für einen großen Teil der Schüler eine Katastrophe da neben dem Unterrichtsausfall für diese Zeit auch kein Essen ausgegeben werden kann, dass für viele Kinder die einzige regelmäßige Mahlzeit des Tages ist.

 

 

Brief des deutschen Botschafters aus Port-au-Prince / Haiti

   

Sehr geehrte Frau Reuffurth,

vielen Dank für Ihre freundliche E-Mail! Ich habe die Anregung gern aufgenommen und den Kindergarten in Mackandal und die Montessori Schule in Jeremie besucht. Ich habe auch Rev. Père Walnès getroffen.

Ich halte das Engagement des Arbeitskreises "Eine Welt" in Haiti für sehr bemerkenswert. Insbesondere finde ich es sehr beeindruckend, dass Sie persönlich die lange Anreise nach Jeremie in Kauf genommen haben. Wenn Sie noch einmal nach Haiti reisen sollten, würde ich mich freuen, wenn Sie Zeit für ein Gespräch in der Botschaft finden würden.

Ich teile Ihre Einschätzung, dass es sich lohnt die "Maison des enfants Montessori de Mackandal" zu unterstützen. Es ist sehr wichtig, den benachteiligten Kindern eine Chance für eine bessere Zukunft zu geben. Ich denke es ist auch wichtig, das Gelände mit einer Mauer zu umgeben.

Mit freundlichen Grüßen
Gordon Kricke

Botschafter der
Bundesrepublik Deutschland
in Port-au-Prince/Haiti

 

 

 

Weihnachtsbasar 2005

   

Am 19. und 20.11.2005 fand der traditionelle Weihnachtsbasar in unserer Pfarre St.Georg statt. Viele Besucher hatten die Möglichkeit Adventskränze, Weihnachts- dekorationen und verschiedene Handarbeiten zu erwerben. Eine Tombola erfreute groß und klein.

Bei einer Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen oder bei einem Glas Glühwein wurden interessante Gespräche geführt und neue Kontakte geknüpft.

Der  AK war wieder mit einen Stand von fair gehandelten Produkten aus der ganzen Welt vertreten. Durch den Verkauf dieser Produkte wird es ermöglicht den Bauern und Handwerken aus der so genannten Dritten Welt einen angemessenen Preis für ihre Erzeugnisse zu bezahlen.

Ganz herzlichen Dank allen Aktiven, Spendern und Käufern, die dazu beigetragen haben den tollen Reinerlös von insgesamt  €5.369,00 zu erzielen. Mit diesem Betrag können wir die Hilfe für die Kinder und Jugendlichen in Haiti vergrößern.

Ein besonderer Dank gilt dem Bastelkreis ohne den die Ausrichtung des Weihnachtsbasars nicht möglich wäre.