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2010

Das Erdbeben

Am 12. Januar 2010 ist Haiti von einem furchtbaren Erdbeben, nach Aussage der UNO von der schwersten Naturkatastrophe die es je gegeben hat, getroffen worden. Hunderttausende verloren dabei ihr Leben.

In den Salesianer-Projekten, die der Arbeitskreis “Eine Welt“ seit ca. 30 Jahren in den Slums von Port-au-Prince unterstützt, sind ca. 500 Kinder und Jugendliche und 3 Salesianerpater gestorben. Die Gebäude des Straßenkinder-Projekts Lakay und der “Kleinen Schulen“ wurden vollständig zerstört.

Bitte helfen Sie mit, den Kindern und Jugendlichen wieder eine Perspektive für ein Weiterleben zu geben.

Das Montessori-Schul-Projekt in Jérémie hat das furchtbare Erdbeben glücklicherweise unbeschadet überstanden. Durch das Erbeben hat sich die Einwohnerzahl in Jérémie vervielfacht. Dadurch reicht die Kapazität der Schule bei weitem nicht aus.

 

Minischulen Port-au-Prince


Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit
So sind die Minischulen entstanden
Organisation für 26.000 Schüler
Schulküchen
Der Weg in den Beruf / Wer soll das bezahlen?

Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit


   

La Saline, Cité Soleil! Diese wohlklingenden Namen bezeichnen einige der größten und schlimmsten Slums von Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis. Am Stadtrand wurde früher in groß angelegten Salinen Meersalz gewonnen und der Müll der Stadt deponiert. Heute leben hier die Armen des Landes in Hütten aus Blech und Pappe.

Außer den Bewohnern verirrt sich kaum jemand hierhin. In der Hitze des Tages verbreitet sich ein übler Gestank von den Abwasserbächen zwischen den Hütten. Dieser lässt erst nach, wenn der hier übliche sintflutartige Regen fällt. Wassermassen stürzen dann von den nahe gelegenen Hängen der abgeholzten Berge, so dass manche Slumbewohner in ihren Hütten bis zu den Waden im übel riechenden Wasser stehen. Immer wieder ertrinken Menschen in diesen Fluten. Sauberes Trinkwasser, das in Tankwagen herbeigeschafft wird, gibt es nur wenige Stunden am Tag.

Dennoch wirken die meisten hier lebenden Menschen sauber und gepflegt. Ihnen sind Lethargie oder Bettlermentalität fremd. Jeder bemüht sich, das Lebensnotwendige zu verdienen. Einige bieten ihre Dienste in der Stadt an. Für geringes Entgelt übernehmen sie alle möglichen Arbeiten. Andere treiben Straßenhandel mit Eiern, Feldfrüchten oder etwa mit Fahrradersatzteilen, die sie alten Schrotträdern entnehmen. Circa 55 Prozent der Haitianer sind Analphabeten. Es gibt zu wenig staatliche und kirchliche Schulen. Die Armen können das erforderliche Schulgeld nicht bezahlen.

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So sind die Minischulen entstanden


   

Der niederländische Pater Bohnen, der im August 2002 im Alter von 88 Jahren verstarb, kam 1952 nach Haiti. Damals fand er in den Hütten der Slums einige kleine Schulen, die die Slumbewohner selbst organisiert hatten. Diese Eigeninitiative der Slumbewohner griff Pater Bohnen auf. Er ermutigte Frauen und Männer, die eine Schulbildung hatten, weitere solcher Minischulen zu gründen und sagte ihnen seine Unterstützung zu. Als Grundregel für diese Slumbewohner und deren Schulen galt und gilt: Es sind eure Schulen und es sind eure Lehrer, die den Unterrichtsraum sowie die Lehr- und Lernmittel zur Verfügung stellen.

Pater Bohnen war stets die Seele dieses Projekts. Fast täglich hielt er sich bei den Bewohnern der Slums auf und gab ihnen durch seine Anwesenheit und menschliche Wärme immer wieder Mut. Er war den Kindern und deren Eltern ein treu sorgender Vater und unermüdlicher Helfer. Jeden Sommer reiste er durch die USA, durch Kanada, die Niederlande, Belgien und Deutschland, um für finanzielle Unterstützung zu werben. 1996 wurde sein Lebenswerk der Alphabetisierung der Ärmsten von der UNESCO mit dem Preis der „Association Internationale pour la lecture“ ausgezeichnet.Die Verantwortung für sein Werk haben die Sale­sianer Don Boscos übernommen.

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Organisation für 26.000 Schüler

   

Inzwischen gibt es 182 Minischulen in den Slums von Port-au-Prince. Hier werden mehr als 26.000 Kindervon 900 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Sie lernen Lesen, Schreiben sowie Rechnen und erhalten Religionsunterricht. Der Unterricht wird in den Kleinen Schulen zumeist in Kreolisch, der Hauptumgangssprache erteilt. Die zweite Umgangssprache Französisch wird erst später in den Zentralschulen zur vorherrschenden Unterrichtssprache.

Die Lehrer erhielten 2002 einen monatlichen Beitrag von umgerechnet 50 bis 80€ sowie von den Eltern ihrer Schüler ein kleines Schulgeld von umgerechnet 1,50€. Wöchentlich nehmen die Lehrer an Fortbildungsnachmittagen und in den Sommerferien an Schulungskursen teil. Nach einer dreijährigen Seminarausbildung können sie dann ein staatlich anerkanntes Diplom erwerben. Damit ist eine Grundlage für einen qualifizierten Unterricht geschaffen.

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Schulküchen


   

Mittags erhalten die Schüler und Lehrer der Minischulen aus zwei großen Schulküchen eine warme Mahlzeit, die aus „Bohnen und Reis oder Reis und Bohnen besteht“. Die ganze Nacht über wird das Essen in riesigen Kesseln zubereitet. Leider haben die Großküchen nur eine Kapazität von 18.000 Essen; eine Erweiterung scheiterte bisher an den finanziellen Möglichkeiten! Da die Slumkinder sehr oft mangelhaft ernährt sind, erhalten sie an vielen Tagen gleich morgens Brot mit Milch. Nur wer rechtzeitig da ist, bekommt etwas. Dies soll ein wenig der Erziehung zur Pünktlichkeit dienen. Generell geht es darum, die Selbsthilfekräfte der Slumbevölkerung durch Schulbildung und durch ausreichende Ernährung zu aktivieren. Die Kinder sollen später in der Lage sein, nicht nur den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien zu verdienen, sondern auch politische Mitwirkungsmöglichkeiten zu erkennen und wahrzunehmen.

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Der Weg in den Beruf / Wer soll das bezahlen?


   

Die Aufrechterhaltung eines insgesamt so gewaltigen Projektes setzt regelmäßige Einnahmen voraus. Die Finanzierung erfolgt durch Einzelspender und Gruppen aus den USA, Kanada, den Niederlanden, Belgien und Deutschland.

Der niederländische Staat unterstützt das Projekt durch jährliche Zahlungen und die Europäische Union liefert regelmäßig kostenlos große Mengen Lebensmittel aus den hiesigen Agrarüberschüssen. Leider reicht dies alleine nicht aus!

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Erste Hilfe ist angelaufen ...

Der Wiederaufbau der zerstörten Schulen und Berufsbildungszentren der Salesianer in Haiti wird längere Zeit in Anspruch nehmen. Für die Kinder, die teilweise ihre Familie verloren haben und die durch die Erlebnisse der vergangenen Wochen sehr traumatisiert sind, soll so schnell wie möglich wieder ein Stück Normalität und Alltag entstehen.

Aus diesem Grund hat der Arbeitskreis “Eine Welt“ als erste Sofortmaßnahme ein Projekt von Jugend Dritte Welt in Bonn mit € 38.472,- unterstützt.

Diese Summe beinhaltet:
2 stabile, wetterfeste Zelte mit Holzboden und einer Größe von 56 m², das Schulmaterial sowie die Lehrergehälter für 2 Jahre.

Hier sollen 80 Kinder betreut und ausgebildet werden.

In diesen Übergangsschulen erhalten sie normalen Schulunterricht, persönliche Zuwendung und Betreuung.

Sie können dadurch wieder ein Stück Hoffnung schöpfen und in die Zukunft blicken. Wichtig ist es auch, dass die Kinder trotz all der furchtbaren Ereignisse nicht die Chance verlieren, eine Schulbildung zu erhalten, die für ihr weiteres Leben und die Zukunft des Landes Haiti entscheidend ist.

Im Rahmen des hier beantragten Projektes sollen 400 Kinder während zwei Jahren in den Übergangsschulen betreut und ausgebildet werden.

 

 

Aktuelle Fotos 2010

http://picasaweb.google.de/akeinewelt/Haiti 

  

Eindrücke vom Weihnachtsbasar 2006