Aktuelles     Veranstaltungen     Unterst├╝tzer     Flyer     Termine     Jahresarchiv     Links     Kontakt    
     2017     2016     2015     2014     2013     2012     2011     2010     2009     2008     2007     2006     2005     2004     2003     Haiti ├ťberblick    
Haiti ├ťberblick

 

 

 

Haiti - eine „Insel mit zwei Gesichtern
Die Menschen
Lebenserwartung gesunken
Die Bildungsmisere muss gestoppt werden
Den täglichen Überlebenskampf gewinnen

 

 

Haiti - eine „Insel mit zwei Gesichtern“


   

Licht und Schatten einer Nation

Die Geschichte Haitis ist geprägt von der Auseinandersetzung mit verschiedenen Besatzungen und dem Kampf der Bevölkerung um Selbstbestimmung.

Die Republik Haiti im Westen teilt sich mit der Dominikanischen Republik im Osten die Insel Hispaniola. Diese erhielt ihren Namen „Kleines Spanien“ von Christoph Kolumbus schon auf seiner ersten Entdeckungsreise 1492.

Nachdem die indianischen Ureinwohner in wenigen Jahren fast gänzlich ausgerottet waren, begann in Haiti der Ersatz der Bevölkerung durch Sklaven aus Westafrika. Der größte Anteil der Bevölkerung besteht noch heute aus den Nachkommen dieser Sklaven.

1492 Kolumbus „entdeckt“ Hispaniola.

1697 Teilung der Insel: Haiti im Westen geht an Frankreich. Der Osten, später Dominikanische Republik, bleibt bei Spanien.

1804 Haiti erklärt seine Unabhängigkeit als erstes Land in Lateinamerika!

1915-1934 Besetzung Haitis durch die USA.

1946  Ende der Ausgleichszahlungen an den französischen Staat als Folge der staatlichen Unabhängigkeit seit 1804.

1957 Erste demokratische Verfassung; Francois Duvalier („Papa Doc“) wird Präsident, später ernennt er sich zum Präsident auf Lebenszeit.

1971 Jean-Claude Duvalier („Baby Doc“) „erbt“ die Präsidentschaft von seinem Vater.

1986 Nach großen bürgerkriegsähnlichen Unruhen geht „Baby Doc“ ins Exil nach Frankreich; diverse Militärs regieren bis 1990.

1990 Erste freie Wahlen: Jean-Bertrand Aristide wird Präsident.

1991 Putsch und dreijähriges internationales Embargo Haitis.

1994 J. B. Aristide kehrt nach Haiti zurück.

2001 Neuwahlen: J. B. Aristide wird wieder Präsident, doch das Land versinkt zusehends im Strudel von Korruption, Kriminalität und Armut.

Januar 2004 200 Jahre Unabhängigkeit Haitis.

Die weitere Geschichte finden Sie auf Wikipedia:
de.wikipedia.org/wiki/Haiti

 

 

zum Seitenanfang

 

 

 

 

 

Die Menschen


   

Die indianischen Ureinwohner wurden in wenigen Jahren fast gänzlich ausgerottet. Später bestand die Bevölkerung aus westafrikanischen Sklaven. Deren Nachfahren bilden heute den Großteil der Bewohner Haitis.

95% der Haitianer haben eine dunkle Hautfarbe. Sie sprechen oft nur kreolisch, eine französisch-afrikanische Mischsprache mit englischen, spanischen und indianischen Elementen. 10% der Bevölkerung sind Mulatten, die zumeist die Oberschicht bilden.

Die Bevölkerung Haitis wird auf ca. 8 Mio. Einwohner geschätzt, davon leben über 2 Mio. in der Hauptstadt Port-au-Prince. Wie in allen Entwicklungsländern gibt es auch in Haiti ein starkes Bevölkerungswachstum von ca. 2% pro Jahr und dies, obwohl jedes zehnte Kind stirbt, bevor es fünf Jahre alt geworden ist.

Da die Landwirtschaft nicht so viele Menschen (ca. 292 Einwohner pro km) ernähren kann, gibt es in Haiti eine starke Landflucht. Viele ziehen in die Hauptstadt Port-au-Prince, die explosionsartig auf über 2 Mio. Einwohner angewachsen ist. Täglich entstehen hier neue Hütten in den Slumgebieten am Rande der Stadt. 80% der Bevölkerung ist römisch-katholisch, 15% gehören evangelischen Kirchen an.

Wichtiger als die „offizielle“ Religion allerdings sind für viele Menschen die traditionellen Voodoo-Kulte. Das sind aus Afrika überlieferte Glaubensvorstellungen, die sich mit christlichen und indianischen Kultelementen vermischt haben.

zum Seitenanfang

 

 

 

Lebenserwartung gesunken

   

Mangelnde Ernährung, schlechte hygienische Verhältnisse (offene Abwassergossen, fehlende Müllentsorgung, unzureichender Zugang zu Frischwasser) und eine völlig unzureichende medizinische Versorgung machen die Menschen in Haiti krank: die durchschnittliche Lebenserwartung sank (!) in den letzten Jahren von 52 auf unter 50 Jahre. Es fehlt an Ärzten und Pflegepersonal, an Medikamenten und an medizinischen Einrichtungen. Infektionserkrankungen, besonders Durchfall, Malaria, Dengue-Fieber und zunehmend Aids sind häufige Todesursachen.

zum Seitenanfang

 



Der Bildungsstandard muss angehoben und vergleichbar gemacht werden


   

Haiti hat die höchste Analphabetenquote in ganz Lateinamerika: ca. 55%. Es herrscht ein sehr starkes Stadt-Land-Gefälle.

Überall mangelt es an Schulen und an ausgebildeten Lehrern. Angesichts der ökonomischen Situation und der leeren Staatskassen Haitis besteht derzeit kaum Hoffnung auf eine Besserung.

In dieser Situation haben unsere Projekte in Haiti das Ziel, gerade den Kindern durch Schul- und Ausbildung bessere Lebensmöglichkeiten zu eröffnen.

zum Seitenanfang

 

 

 

Den täglichen Überlebenskampf gewinnen


   

Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre. Das Bruttosozialprodukt pro Einwohner beträgt nur 510$ (Deutschland: 25.000 $). Fast die gesamte Infrastruktur des Landes, wie Gesundheits- und Schulsystem, Straßennetz, Kommunikationsverbindungen, Wasser- und Energieversorgung, funktioniert - wenn überhaupt - nur sehr eingeschränkt. Die einheimische Produktion ist nicht durch Zölle vor Billigimporten, vorwiegend aus den USA, geschützt, so dass die Binnenproduktion zum Erliegen kam.

Die Wirtschaft Haitis war über Jahre abhängig von einer kleinen korrupten Minderheit (zum Teil mit europäischen Wurzeln), die nur ihre Belange vorwiegend in der Umgebung von Port-au-Prince in den Vordergrund stellte.
Der größte Teil des Landes und der Bevölkerung wird vernachlässigt. Nur wenige, einflussreiche Clans gelangten zu großem Wohlstand.

Eine sichere wirtschaftliche Entwicklung für die gesamte Bevölkerung kann in der Zukunft nur dann gewährleistet sein, wenn Haiti - der erste freie Staat Lateinamerikas - eine feste demokratische Regierung und seine Bevölkerung ein Rechtssystem erhält, das seinen Namen wert ist.

zum Seitenanfang

 

 

 

 

 

Das Projekt Centre Technique St. Joseph in Jérémie
Montessori-Kindergarten Ste. Thérèse
So geht es weiter

 

 

Das Projekt Centre Technique St. Joseph in Jérémie


   

Wie fing es an? Bereits vor vielen Jahren hat Bischof Willy Romélus in der kleinen Stadt Jérémie im Südwesten von Haiti, etwa 300 km von Port-au-Prince entfernt, Initiativen ergriffen, um der Landflucht entgegenzuwirken und den Menschen zu helfen, ihr Leben selbständig zu meistern. So wurde Anfang 1994 von der süddeutschen Gruppe „Pro Haiti“ nach intensiver Vorbereitung in Jérémie eine Handwerkerschule, das „Centre Technique St. Joseph“, gebaut. Der Arbeitskreis Eine Welt beteiligte sich finanziell an einer Erweiterung des Centre Technique.

Die erste Gruppe von etwa dreißig Lehrlingen, die ihre Ausbildung im Herbst 1995 aufgenommen hatte, konnte diese 1998 durchweg erfolgreich abschließen.

An der feierlichen Überreichung der Diplome an die ersten Absolventen nahm eine kleine Delegation aus Köln teil.

zum Seitenanfang

 

 

 

Montessori-Kindergarten Ste. Thérèse


   

Franz Groll, Initiator, Erbauer und Ausbildungsleiter des Centre Technique, gab 1998 dem Arbeitskreis den Impuls für die Einrichtung eines Montessori-Kindergartens sowie einer Montessori-Grundschule. Zunächst wurde der Kindergarten in Mackandal, einem Elendsviertel von Jérémie errichtet. Franz Groll leistete die gesamte Vorplanung und leitete den Ausbau des vorhandenen Rohbaus. Gleichzeitig stellte Madame Janine Arnaud, eine erfahrene französische Montessori-Pädagogin, geeignete Erzieherinnen/Erzieher ein und bildete diese weiter.

Anfangs war der Zulauf zum Kindergarten noch gering, doch schon Mitte 2001 waren 140 Kinder angemeldet. Seit September 2002 beträgt die Zahl der Kinder etwa 200.

Von Anfang an beteiligte sich der Arbeitskreis wesentlich an allen Kosten des Montessori-Projekts von Mackandal. Ansprechpartner für unseren Arbeitskreis wurde Père Walnès, ein haitianischer Diözesanpriester.

zum Seitenanfang

 

 

 

So geht es weiter

   

Den Kindern, die schon den Kindergarten besucht haben, wird die Möglichkeit geboten, ihre Ausbildung in einer Montessori-Grundschule fortzusetzen. Zu diesem Zweck wurde auf einem anderen Grundstück ein neues Schulgebäude errichtet. Seit 2008  gibt es die neue Grundschule Ste. Thérèse mit integrierter Ecole Maternelle und eigener Kantine. Auch dieses Projekt unterstützt der Arbeitskreis „Eine Welt“ finanziell. Betreut wird es durch den Ortspfarrer Père Tony Léolien.

Janine Arnaud war in den letzten Jahren mehrfach für den Arbeitskreis in Mackandal. Sie bildete bei ihren Besuchen immer wieder neue Kräfte aus und erweiterte die Fähigkeiten des Kollegiums.

Das Ehepaar Geneviève und Wolfgang Reuffurth, langjährige Mitglieder des Arbeitskreises, setzten die Unterstützung der Schule fort. Nach dem Erdbeben 2010 fuhren die Arbeitskreismitglieder Margret Böhling und Siegfried Groddeck im November 2011 als Senior Experts nach Jérémie.

zum Seitenanfang